Scope-4 Emissionen

Scope-4-Emissionen beschreiben vermiedene Emissionen, die durch Produkte oder Dienstleistungen entstehen.

Was sind Scope-4-Emissionen?

Typische Beispiele für Scope-4-Emissionen sind:

energieeffiziente Technologien mit geringerem Energieverbrauch

digitale Lösungen, die Reisen oder physische Prozesse ersetzen

erneuerbare Energielösungen, die fossile Energieträger verdrängen

optimierte Logistik- oder Produktionssysteme

Softwarelösungen zur Emissionsmessung und -reduktion

Scope 4 beantwortet damit die Frage:„Welche Emissionen werden durch unser Angebot vermieden?“

Bedeutung von Scope-4-Emissionen

Scope-4-Emissionen gewinnen an Bedeutung, weil sie:

den positiven Klimabeitrag von Lösungen sichtbar machen

Innovations- und Transformationsleistungen darstellen

Stakeholdern Wirkung statt nur Belastung erklären

strategische Entscheidungen unterstützen

Abgrenzung: Scope-4-Emissionen im Vergleich zu anderen Scopes

Scope-1-Emissionen

Direkte Emissionen aus eigenen Quellen

Scope-2-Emissionen

Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie

Scope-3-Emissionen

Weitere indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette

Scope-4-Emissionen

vermiedene Emissionen außerhalb der eigenen Bilanz

Erfassung und Darstellung von Scope-4-Emissionen

Die Berechnung von Scope-4-Emissionen basiert in der Regel auf:

klare Methodik

nachvollziehbare Dokumentation

Vermeidung von Doppelzählung

strikte Trennung von Scope 1–3

Scope-4-Emissionen sollten separat ausgewiesen und als Wirkungsindikator, nicht als Bilanzbestandteil verstanden werden.

Chancen und Risiken von Scope-4-Emissionen

Chancen

  • Sichtbarmachung realer Klimawirkung

  • Unterstützung von Transformations- und Innovationsnarrativen

  • Differenzierung nachhaltiger Lösungen

Risiken

  • uneinheitliche Methoden

  • eingeschränkte Vergleichbarkeit

  • Greenwashing-Risiken bei unsauberer Darstellung

Ein verantwortungsvoller und transparenter Umgang ist daher essenziell.

Rolle von Scope-4-Emissionen in der Klimastrategie

Scope-4-Emissionen können eine ergänzende Rolle in der Klimastrategie spielen, etwa:

zur Bewertung von Produkt- und Lösungseffekten

zur Kommunikation von Innovationsbeiträgen

zur Einordnung langfristiger Transformationspfade

Scope-4-Emissionen stehen für den Blick über die eigene Emissionsbilanz hinaus. Sie zeigen, wo Emissionen vermieden werden, nicht wo sie entstehen.Richtig angewendet, liefern sie wertvolle Einblicke in die Klimawirkung von Lösungen – vorausgesetzt, sie werden klar abgegrenzt, transparent berechnet und verantwortungsvoll kommuniziert.

Häufige Fragen zu Scope-4-Emissionen

Zu Scope 4 zählen vermiedene Emissionen, die durch Produkte, Dienstleistungen oder Lösungen eines Unternehmens bei Dritten entstehen – im Vergleich zu einem definierten Referenzszenario.

Scope-1–3-Emissionen erfassen verursachte Emissionen innerhalb und entlang der Wertschöpfungskette. Scope-4-Emissionen beschreiben dagegen positive Klimaeffekte außerhalb der eigenen Bilanz.

Sie machen Innovations- und Transformationsleistungen sichtbar und helfen, den Klimanutzen von Lösungen transparent zu kommunizieren – insbesondere gegenüber Investoren und Stakeholdern.

Derzeit nein. Sie sind nicht Teil des GHG-Protokolls, gewinnen jedoch strategisch und regulatorisch zunehmend an Bedeutung.